
GALLWESPEN (Atelieraufbau), Maße variabel (200 x 250 x 160 cm),
Collagen (gerahmt), Papierfaltung & Objekt (Holz), Papierelemente in Faltungen (Acryl & Oelfarbe)

GALLWESPEN (Restaurant Villandry Dresden, 2024),
Maße variabel, Collagen (gerahmt), Wandobjekt CYN

GALLWESPEN (Restaurant Villandry Dresden, 2024), Papierelemente in Faltung, Maße variabel

GALLWESPEN (Restaurant Villandry Dresden, 2024),
Wandobjekt COS 120 x 230 x 15 cm, Papierelemente (weiß) in Faltung,
Maße variabel



GALLWESPEN
Gallwespen (Cynipidae) sind die unscheinbaren Vertreter der Wespen und Hautflügler. Es gibt mehr als 1.000 Unterarten. Die Eichengallwespe (Cynips quercusfolii) ist meist naturinteressierten Menschen durch die Galläpfel (Galle) bekannt. Diese werden durch die Eiche als Wirtspflanze an den Unterseiten der Blätter gebildet, nachdem die adulte Gallwespe dort ein Ei abgelegt hat. Es handelt sich bei dem Gallapfel um eine kugelige grüne, später rot bis braun gefärbte Kugel von 10 bis 22 Millimeter Durchmesser. Die Oberfläche der Galle ist außen glatt und innen fleischig und dickwandig, sie dient der Larve als Nahrung und Schutz. Beim Öffnen der noch fleischigen Galle verfärbt sich deren Inneres beim Luftkontakt blauschwarz. Nach der Reife wird sie braun und schrumpelt zusammen. Die Galle wurde mindestens seit dem Mittelalter zur Farbstoffgewinnung für Schwarz verwendet. Es gibt verschiedene Rezepturen und Anwendungsnachweise.
Bei der Installation GALLWESPEN nehme ich das Phänomen aus der Naturwissenschaft auf und behandele es gleichberechtigt neben der Idee, Collagen oder Papierfaltungen auf die Umsetzbarkeit einer ästhetischen Inszenierung hin zu überprüfen. Im Ergebnis behalten die Elemente ihre künstlerische Autonomie. Den Hintergrund für diese Installation bildet die anthrazitfarbene Papierarbeit, die Namensgeber und Hauptdarsteller zugleich ist, denn in ihr finden sich die entscheidenden Papierelemente, die ein Eichenblatt und die Galle darstellen. In dieser Entscheidung ist eine Illustration angelegt, die Illustration eines Naturphänomens. Der Gallapfel befindet sich in meiner Realisation jedoch auf der Oberseite eines bereits von Galle schwarz verfärbten Blattes. Er tanzt auf jedem Eichenblatt und wird durch Position und seriellen Charakter sichtbarer als in freier Natur.
